Bettina Staude

Trockenfutter Teil 2 – Die Täuschung der Deklaration

Trockenfutter ist praktisch in der Handhabung. Es ist lange haltbar und geruchsneutral.

Die Deklarationen versprechen oftmals viel frisches Fleisch. Zudem sorgen zahlreiche Umschreibungen dafür, dass der Verbraucher nicht sofort versteht, wie sich das Futter zusammensetzt. Geschweige denn, welche Inhaltsstoffe tatsächlich verwendet werden.

So wird z.B. Zucker als Glukose, Gerstenmalz, Rübenschnitzel, etc. beschrieben. Und auch frisches Fleisch findet der Tierbesitzer im Trockenfutter nicht.

Rohes Fleisch hat einen Feuchtigkeitsanteil von ca. 80%. Da die Zutaten als Trockenmasse ins Futter kommen, muss man rund 70% von der Angabe „frisches Fleisch“ wieder abziehen. Denn Trockenfutter hat eine Restfeuchte von nur 5 bis max. 10%. Nur selten darf der Hersteller mehr angeben.

Was die Deklaration wirklich aussagt

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft müssen alle Zutaten absteigend nach ihrem Gewichtsanteil aufgelistet werden. Dabei dürfen Herstellen wählen, ob sie eine geschlossene Deklaration, halboffen oder eine offene Deklaration nutzen.

Eine geschlossene Deklaration fasst Inhaltsstoffe zu Gruppen zusammen. Es gibt keine %-Angaben und der Verbraucher kann zu Mengenangaben keine Rückschlüsse ziehen. Das ist sehr praktisch für den Hersteller, denn er muss die Deklaration nicht erneuern, wenn er die Futterzusammensetzung innerhalb dieser Gruppe ändert.

Eine halboffene Deklaration nennt Inhaltsstoffe ihrer Reihenfolge nach, allerdings teilweise ohne Maßangaben.

Nur bei einer offenen Deklaration werden alle Zutaten mit ihrem prozentualem Anteil aufgelistet.

Ein Beispiel:

Auf einer Verpackung steht  “Lamm und Kartoffeln“. Das liest es sich dann ev. wie folgt:

  • Frisches Lammfleisch (wir erinnern uns, frisches Fleisch ist nicht im Trockenfutter vorhanden)
  • Kartoffeln
  • Kartoffeleiweiß
  • Kartoffelmehl
  • Erbsen
  • ….

Hier wird ein kleiner Trick angewendet: Die Bestandteile der Kartoffel werden einzeln aufgeführt. Der Gesamtanteil der Kartoffel wäre sonst höher als der Trockenfleischanteil. Durch diese Aufteilung werden die Zutaten herabsteigend aufgelistet und es wirkt so, als hätte das Futter einen hohen Anteil an tierischen Zutaten.

Rechnet man aber alle pflanzlichen Komponenten zusammen, kommt man oftmals auf 60% Kohlenhydrate. Zur Erinnerung: Hunde und Katzen sind im Gegensatz zu Kühen Fleischfresser und keine Pflanzenfresser.

Trockenfutter verfügt also über eine minimale Quelle für tierisches Protein. Zudem ist es meist auch qualitativ schlecht.

Natürliche Inhaltsstoffe werden schlichtweg zerstört

Alle Bestandteile des Trockenfutters, wie Tiermehle, Pflanzenmehle und verschiedene Fette, werden zu einem festen Brei verrührt. Chemische Zusätze wie Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe werden hinzugefügt. Alle diese Zusätze werden also ausnahmslos künstlich hergestellt. Dieses Gemisch wird unter hohem Druck in die gewünschte Form gebracht und bei bis zu 400 Grad Celsius getrocknet.

Da bleiben keinerlei natürliche Vitamine oder Mineralstoffe mehr übrig. Somit werden diese wieder künstlich hinzugefügt. Umso länger also die Liste, umso minderwertiger ist das Futter.

Milben und Schimmelpilze

Steht auf der Futterverpackung “Getreidefrei“, sollte die Deklaration ganz genau gelesen werden. Denn Getreide steht nicht nur für Weizen, es umfasst auch Roggen, Dinkel, Buchweizen, Hafer, Hirse, Gerste, Mais, Reis und auch Kartoffeln.

Getreide und der Staub von Getreide ist fast immer mit Milben belastet. Milben gelten zu den Hauptauslösern für Allergien bei Menschen und auch bei unseren Hunden und Katzen kommt es zu Futtermittelallergien.

Sehr problematisch wird es bei dem sogenannten Sensitiv-Futter Sorten. Oftmals stammen die verschiedenen Futtersorten aus ein- und derselben Herstellung und teilen sich somit die Produktionsstraßen. Damit kommt diese spezielle Trockenfuttermasse aber wieder in Kontakt mit den allergieauslösenden Milben.

Futtermilben kommen übrigens nur im Trockenfutter vor, nicht im Nassfutter.

Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe

Geschmacksverstärker oder sogenannte sensorische Zusatzstoffe haben ein Ziel: auf die Sinne von Hunden und Katzen einzuwirken.

Der Hersteller muss in die Trickkiste greifen, um für ein geschmackliches und geruchliches Erlebnis bei Hunden und Katzen zu sorgen. Die geringe Menge an Fleisch im Trockenfutter erzwingt eine Anreicherung mit sensorischen Stoffen, denn sonst würden unsere Tiere das Futter nicht fressen. Es braucht chemische Stoffe, also Geschmacksverstärker, um die Sinne unserer Tiere auszutricksen. . Sie sorgen für ein intensives Geschmackserlebnis.

In Trockenfutter sind viele Inhaltsstoffe, die nicht artgerecht und oftmals minderwertig sind. Das wiederrum beeinflusst die Gesundheit von Hunden und Katzen auf negative Art.

Auch für eine lange Haltbarkeit braucht Trockenfutter Konservierungsstoffe. Bereits während der Herstellung des Futters / der einzelnen Futterbestandteile werden Konservierungsstoffe wie: BHA, BHT, Etoxyquin, usw. hinzugefügt.

Diese Stoffe gelten nicht nur als Gifte, sie sind nachweislich für die Entstehung von allergischen Reaktionen verantwortlich.

So etwas spricht den Konsumenten natürlich in keiner Deklaration an. Deshalb wird gleich der nächste Trick angewendet. Auf der Verpackung steht “Frei von Konservierungsstoffen“.

Das darf der Hersteller, denn er muss nur angeben, was während der Produktion in seinem Unternehmen hinzugefügt wurde. Die meisten Futterhersteller lassen aber in anderen Ländern produzieren. In der Deklaration darf er vernachlässigen, was im Vorfeld durch Zulieferungsfirmen in Berührung mit den Futterbestandteilen kam.

Ein weiterer Grund neben Geschmack und Haltbarkeit für Konservierungsstoffe: die Futterbestandteile müssen gegen Milben, Schimmelpilze und ranzig werden von Fettanteilen behandelt werden. Sonst würde der Tierbesitzer nach dem erstmaligen Öffnen einer Packung nie wieder Trockenfutter an seinen Liebling füttern.

Also Achtung, wenn auf der Verpackung Hinweise stehen wie: laut EG-Richtlinien, EU-Zusatzstoff, Antioxidantien, Farb- und Konservierungsstoffe und technologische Zusatzstoffe.

Du möchtest jetzt mal genauer wissen, wie sich das von dir verwendete Futter zusammensetzt? Sehr gerne bekommst du von mir eine genaue Auswertung.

Quellenangaben:
http://www.ukrmb.co.uk/images/LippertSapySummary.pdfhttp://www.dr-delorme-hamburg.de/hunde.html
http://www.tieraerztegmbh-hamburg.de/downloads/TrockenOderNassfutter.pdf
http://prosa.ag/Warum-niemals-Trockenfutter
https://pdfs.semanticscholar.org/67ba/cf5c9138a64cda2cafae29b07962fe07ec9f.pdf
http://home.datacomm.ch/tierhomoeopathie/berichte/magendrehung.pdf
Evaluierung von Vorratsmilben in kommerziellem Hundetrockenfutter und in der Umgebung sowie ihre Bedeutung in der Tiermedizin, Zeitschrift „Tierärztliche Praxis Kleintiere“, ISSN: 1434-1239, 2007
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/17585/
http://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1024/0036-7281.147.4.165

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