Bettina Staude

Ab in den Urlaub – mit dem Hund!

Eine Forsa-Umfrage zeigt: Etwa 42% der Hundebesitzer nehmen ihren Hund regelmäßig in den Urlaub mit, weitere 20% tun dies gelegentlich.

Damit der Urlaub reibungslos läuft, ist ein sorgfältiges planen im Voraus entscheidend. Deshalb bekommst du von mir ein paar Tipps, die dir bei der Urlaubsplanung mit dem Hund helfen können.

Kommt dein Hund mit, solltest du dir vorab schon mal überlegen, was du möchtest:

  • Sightseeing / Städtetrip
  • Aktivurlaub
  • Ruhe / Entspannung
  • Strandurlaub

Der nächste Gedanke lautet, was passt denn überhaupt zu deinem Hund?

Hunde haben einfach nichts von Städtetrips. Sie in Museen und anderen Sehenswürdigkeiten mitzunehmen, ist oft verboten. Wenn du deinen Hund dann im Hotelzimmer oder Ferienhaus alleine lassen musst, kann es ihn verständlicherweise ziemlich stressen, es ist ja eine fremde Umgebung!

Ein kleiner oder ein alter Hund kann von einem Aktivurlaub überfordert sein. Ein entspannter Urlaub dagegen kann einen Jungspund unterfordern und nicht jeder Hund verträgt Hitze gut.

In Punkto Wunschreiseziel stellen sich gleich noch weitere Fragen:

  • Reiseland und entsprechende individuelle Bestimmungen
  • Reiseentfernung und Transportmittel
  • Klima
  • Krankheiten
  • Tierärzte

Das richtige Reiseziel

Urlaub im eigenen Land ist meist am einfachsten. Es gibt viele tierfreundliche Unterkünfte und du kannst problemlos in der eigenen Sprachen schon vorab Informationen sammeln. So lässt sich auch gut in Erfahrung bringen, ob Hunde in der Hauptsaison an Stränden und Badeseen vor Ort überhaupt erlaubt sind.

Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, Holland, Österreich, Norwegen und Dänemark bieten spezielle Urlaubsangebote für Hundebesitzer an. Zu beachten gilt, dass es zu den jeweiligen Einreisebestimmungen auch Einschränkungen vor Ort geben kann.

So herrscht vielfach Leinenzwang und Maulkorbpflicht und in Portugal dürfen Hunde nicht mit der Straßenbahn und Bussen mitfahren.

Bei Reisezielen innerhalb der EU müssen sowohl die Einreisebestimmungen des Urlaubsziels, sowie auch die der Durchreiseländer beachtet werden! Bei Reisen in Nicht-EU-Länder solltest du auch die Wiedereinreisebedingen in die EU kennen, schließlich willst du mit deinem Tier ja wieder gut zu Hause ankommen.

Dein Hund braucht einen EU-Heimtierausweis. Den bekommst du bei deinem Tierarzt, er enthält alle wichtige Informationen über den Gesundheitszustand/Impfungen deines Hundes. Ebenfalls sehr wichtig – darin stehen auch Infos über die Tollwut-Schutzimpfung sowie die Registrierung des Hundes durch einen Mikrochip/durch eine Tätowierung.

Die Tollwut-Schutzimpfung muss schon einige Wochen vor Urlaubsantritt erfolgen, da diese Impfung erst nach 21 Tagen wirksam wird. Auch für andere Impfungen braucht es genügend Zeit, falls benötigt.

Vermeidung von Leishmaniose: Impfung und Mückenschutz

Wenn du deinen Hund in Risikogebiete im Mittelmeerraum mitnehmen möchtest, wird eine frühzeitige Impfung gegen Leishmaniose dringend empfohlen. Diese Impfung kann bei Hunden ab einem Alter von 6 Monaten durchgeführt werden. Sie besteht aus einer Grundimmunisierung mit drei Injektionen, die im Abstand von etwa drei Wochen verabreicht werden. Es dauert anschließend etwa 28 Tage, bis der volle Impfschutz aufgebaut ist. Um den Impfschutz aufrechtzuerhalten, sind danach jährliche Auffrischungsimpfungen erforderlich.

Obwohl die Impfung gegen Leishmaniose die Abwehrkräfte deines Hundes aktiviert und ihn auf eine erfolgreiche Bekämpfung des Erregers vorbereitet, kann sie eine Infektion mit Leishmanien nicht vollständig verhindern. Daher ist es wichtig, ihn zusätzlich mit speziellen Halsbändern oder Sprays vor Insektenstichen zu schützen.

Wahl des Transportmittels

Je nach Reiseziel stellt sich jetzt die Frage, wie wird angereist? Die Anreise mit dem eigenen Auto bietet viele Vorteile. Du kannst deine Zeit flexibel planen und bei Bedarf Pausen einlegen. Spätestens alle drei Stunden solltest du deinen Hund rauslassen und ihm auch etwas zu trinken geben.

Während der Autofahrt sollte dein Hund gut in einer Transportbox oder mit einem Gurt gesichert sein. So vermeidest du nicht nur im Falle eines Unfalls Verletzungen des Tieres und weiterer Familienmitglieder, sondern auch Bußgeldzahlungen.

Autofahrt und Staus

Im Sommer, wenn viele Reisende unterwegs sind und sich ggf. Baustellen auf der Strecke befinden, können schnell Staus entstehen. Denk bitte daran: Temperaturen um die 40 Grad und mehr können tödlich für einen Hund sein.

Um die Hitze des Tages zu vermeiden, bieten sich Nachtfahrten an. Ist das für den Fahrer zu anstrengend, sind Fahren zum Urlaubsziel und zurück zwischen Montag und Donnerstag deutlich besser als an den Wochenendtagen.

Autofahren sollte auch vorher ausreichend geübt werden. Es gibt Hunde, denen während der Fahrt schlecht wird.

Mit der Bahn

Mit der Deutschen Bahn dürfen Hunde –in einer kleinen Transportbox unter dem Sitz –kostenfrei mitreisen. Größere Hunde müssen angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Für sie bezahlst du die Hälfte des normalen Tickets. Bei der Ticketbuchung solltest immer noch mal genau nachfragen, damit spätere Komplikationen vermieden werden können.

Mit dem Reisebus

Diese Möglichkeit entfällt in der Regel für Reisen mit Tieren komplett.

Mit dem Flugzeug

Nicht bei jeder Airline sind Tiere erlaubt. Manche transportieren keine stumpfnasigen Rassen oder Kampfhunde.

Bei manchen Fluglinien darf ein kleiner Hund mit in die Kabine, größere Tiere müssen aber in einer speziellen Flugtransportbox befördert werden.

Das bedeutet immer Stress für den Hund, denn er ist  alleine ohne Besitzer, von fremden Geräuschen und Gerüchen umgeben.

Bei einer Flugreise stellt sich auch die Frage: Non-Stop Flug oder mit Umsteigen? Letzteres macht es richtig anstrengend für Hunde.

Alternative: Kein Urlaub mit Hund – er bleibt daheim?

Sollte der Hund lieber daheim bleiben, stellt sich die Frage: verbringt er die Zeit in der Hundepension oder buchst du einen Dogsitter?

Wichtig ist, sich die Pension vorab gründlich anzuschauen. Sieht alle gepflegt aus, werden alle Fragen beantwortet? Vorteilhaft ist es natürlich, wenn eine Person des Vertrauens eine Hundepension empfehlen kann. Nicht jeder Hund eignet sich aber für eine Hundepension. Manche reagieren verstört auf einen Umgebungswechsel ohne Bezugsperson.

In diesem Fall wäre ein Dogsitter im eigenen Haus die bessere Wahl. Hier eignen sich gut vertraute Familienmitglieder. Wird es eine fremde Person sein, solltest du ausreichend Zeit vor dem Urlaub einplanen, damit ihr euch alle kennenlernen könnt.

Zu guter Letzt:

Reist du mit deinem Tier, ist es immer gut zu wissen, wo du einen Tierarzt findest. Gerade im Ausland ist es wichtig, für den Notfall zu wissen, wo und wie du deutschsprachige Tierärzte erreichst.

Um im Notfall auch schon mal schnell selbst reagieren zu können, kann ich dir den Erste-Hilfe-Beutel von Tierärztin Dr. med, vet. Beatrice Düffler-Schneitzer empfehlen. Dieser Beutel beinhaltet alles, was du in einem Notfall bei einer Verletzung für deinen Hund brauchst.

Neben Wasser- & Futternäpfen, Lieblingsspielzeug, Decke, Maulkorb & Leine im Gepäck, darf eine Sache natürlich nicht fehlen:  was frisst dein Hund?

Eventuell bekommst du vor Ort nicht das gewohnte Futter. Eine schnelle und nicht durchdachte Futterumstellung kann Folgen haben. Wenn dein Hund einen empfindlichen Magen hat oder unter Unverträglichkeiten leidet, solltest du deshalb ausreichend Futter im Gepäck haben.

Hast du alles gut geplant? Dann heißt es bald: ab in den Urlaub – mit Hund!

Brauchbare Links für Urlaub mit dem Hund:

Beim ADAC kannst du dir Informationen über dein Reiseziel mit Hund holen.

Und bei Tasso kannst du deinen Hund kostenlos registrieren lassen.

Mehr Infos zum Erster-Hilfe-Beutel für Tiere. Für Infos und Erwerb, schreib die Tierärztin direkt an.

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